Brückentag -
Einmal kurz
verschnaufen
Aufgeschnappt
Irgendwann
Wird vielleicht
Alles schön
Sommer
Oh, warmer Asphalt
Noch ein wenig scharfkantig –
Das Schließen der Tür
Neue Ansätze
Status
Nach einem kleinen Exkurs ins Reich der Senryu und Renga, bei dem das ein oder andere Brauchbare herausgekommen ist, habe ich das Gefühl, einen besseren Blick auf Haiku als solches bekommen zu haben. Während Senryu ihre Doppeldeutigkeit aus dem Adressaten schöpfen, aber dann doch sehr eindeutig wirken, lerne ich langsam die lakonische Art der Haiku sehr zu schätzen, die um einiges nüchterner und weniger kitschig ausfällt. Insbesondere bei den Senryu ist mir aufgefallen, dass sie -durch ihre innere Thematik- häufig einen stärkeren Rahmen brauchen, um halbwegs gut zu werden.
Deshalb möchte ich auch wieder bei den Haiku auf das Starre 5-7-5 Schema zurückkehren, auch wenn viele deutsche Haikudichter die Freiform vertreten. Denn ich stelle mir die Frage: Was ist, wenn genau diese starre Form das eigentliche Kreativitätspotenzial birgt ?
Es muss doch einen Grund geben, warum japanische Haiku ein festes Muster haben . . .
Frühling
Platzregen -
Der Weg über den Hof
Im Sommerhemd
Frühling
Abendlicht
Am Waldrand eine Wolke -
Die Grillen
Morgen
Augen auf -
Die Welt
Liegt vor mir
Frühling
Frisches Grün
An den Füßen
Tau
Frühling
Am alten Weg -
Die Kindheit
Geht querfeldein
Frühling
Es sind so viele -
Die Butterblume
Bleibt ungepflückt