Haiku – japanische Dreizeiler – sind die wohl kürzeste Gedichtform, die es weltweit gibt.
Sie erfreut sich neben dem Tanka, einer fünfzeiligen Form, seit Jahrhunderten äußerster Beliebtheit auf den Inseln Japans, da sie beinahe jedem zugänglich ist. Durch ihre Aufbau von (vereinfacht) fünf zu sieben zu fünf Silben sind Haiku zunächst sehr einfach zu schreiben, und halten durch ihre extrem kurze Form häufig nur einen kleinen Moment fest. Entscheidend beim Haiku und dem verwandten Senryu ist der sogenannte Nachhall, der erzeugt werden soll und das eigentliche Bild im Leser hervorruft. Es lohnt sich also, ein wenig über Haiku nachzudenken.
Senryu – Vom Aufbau her gleich mit Haiku, beschäftigen sich hingegen mit der Innenwelt. Während im Haiku der Autor selbst nichts verloren hat, nimmt ein Senryu eine Haltung oder einen Geisteszustand an. Häufig sind Senryu kritisch oder mehrdeutig und haben im Fall eines Liebesgedichtes meist zwei Adressaten – Eine offensichtlich gemeinte Person, und eine zweite Person, an die das Senryu eigentlich gerichtet ist.