Veronika mit K

Kurzmitteilung

Die Schreiberei entwickelt sich langsam. Nach einigen Versuchen mit Renga und Tan-Renga, die dann doch etwas anderes als Haiku sind, habe ich mich vor Kurzem bereit erklärt, mich einmal an einem Songtext zu versuchen. Was mir zunächst einfach erschien, entwickelt gerade eine ganz andere Komplexität – plötzlich denkt man nicht mehr über das gelesene sondern das gehörte Wort nach, grübelt über Singbarkeit, Phonetik, Geschwindigkeit und Eingängigkeit. Der Nachhall hat nur noch sehr kurze Zeiten, welche Musikrichtung habe ich vor mir, wieviel Message darf hinein und muss der Text am Ende sogar eins tun – sich reimen?

 

‚Wärme festhalten‘ in der aktuellen Sommergras

Status

Nach einer kleinen kreativen Pause freue ich mich, dass das Rengay ‚Wärme festhalten‘ in der aktuellen Vierteljahreszeitschrift der deutschen Haikugesellschaft veröffentlicht wurde. Rengay werden zu zweit geschrieben, die Strophen immer abwechselnd. Bei ‚Wärme festhalten‘ hatte ich die große Ehre, mit Christa Beau schreiben zu dürfen, die den ersten, dritten und fünften Abschnitt verfasst hat, und die mir mit Rat zur Seite stand, wenn ich einmal nicht weiter wußte. ‚Wärme festhalten‘ ist mein/unser erstes Rengay und war schwierig zu schreiben, wie ich finde – Umso schöner, dass es die Redaktion der ‚Sommergras‘ akzeptiert und auf Seite 59 abgedruckt hat.

Neue Ansätze

Status

Nach einem kleinen Exkurs ins Reich der Senryu und Renga, bei dem das ein oder andere Brauchbare herausgekommen ist, habe ich das Gefühl, einen besseren Blick auf Haiku als solches bekommen zu haben. Während Senryu ihre Doppeldeutigkeit aus dem Adressaten schöpfen, aber dann doch sehr eindeutig wirken, lerne ich langsam die lakonische Art der Haiku sehr zu schätzen, die um einiges nüchterner und weniger kitschig ausfällt. Insbesondere bei den Senryu ist mir aufgefallen, dass sie -durch ihre innere Thematik- häufig einen stärkeren Rahmen brauchen, um halbwegs gut zu werden.
Deshalb möchte ich auch wieder bei den Haiku auf das Starre 5-7-5 Schema zurückkehren, auch wenn viele deutsche Haikudichter die Freiform vertreten. Denn ich stelle mir die Frage: Was ist, wenn genau diese starre Form das eigentliche Kreativitätspotenzial birgt ?
Es muss doch einen Grund geben, warum japanische Haiku ein festes Muster haben . . .

Post vom Deutschen Haiku Preis

Kurzmitteilung

Heute ist Post gekommen – darin ein Brief, ein Buch und eine Urkunde. Mein Haiku ‚Unter der Linde‘ hat den 9. Platz von insgesamt 934 Einreichungen zum Deutschen Haiku Preis gewonnen. Da dies das erste jemals von mir eingereichte Haiku zu einer Publikation war, und gleichzeitig ein Experiment mit fließendem Rythmus, fühle ich mich sehr geehrt und bedanke mich bei der Deutschen Haiku Gesellschaft für die wärmenden Worte:

„… Immerhin wurde es heftig diskutiert und nicht nur aus Lokalpatriotismus hätte ich dem Werk ein besseres Abschneiden gewünscht. Ich finde es sehr eindrucksvoll und sehe darin eine gescheiterte Beziehung, die noch immer schmerzt, der Betreffende allerdings wieder auf dem Weg zu warmen Tagen sein könnte, die dann aber eine völlig andere Qualität haben dürften.
Grämen Sie sich nicht, trösten Sie sich mit dem beigefügten Buch und bleiben Sie weiter auf dem Haiku-Weg“